Ich habe eine Fortbildung zur kontextuellen und prozessbasierten Schematherapie absolviert und wende dieses Wissen direkt in der Arbeit mit KlientInnen an. Ziel ist, zentrale Prozesse hinter Denken und Fühlen rasch zu identifizieren und sofortige, wirksame Interventionen zu ermöglichen, um wieder in eine Balance zu kommen – ohne lange Kategorien-Einordnung. Dysbalancen finden sich beispielsweise im Spannungszustand des Körpers – ist jemand eher im Kampfmodus oder in der Unterordnung? Das richtige Maß an Aktivierung ermöglicht gute Entscheidungsfindung und beherztes Handeln im Sinne des gesetzten Zieles – ein Zuviel oder Zuwenig raubt Kraft an falscher Stelle, die für das Vorankommen fehlt.
Kernelemente des Ansatzes
- Schneller zum Kern: Durch den prozessbasierten Ansatz erkenne ich schneller, welche Ausprägungen aktuell dominieren. Wir brauchen weniger Zeit für Biographiearbeit und das ‚Berichten des Problems‘. Sie kommen schneller in Kontakt mit dem momentanen Erleben ‚hinter der Geschichte‘, welches durch die Vergangenheit geprägt ist und Ihnen jetzt ‚dazwischenfunkt‘.
- Zeit- und Kostenersparnis: Die Praxiswerkzeuge sind alltagsnah und sofort einsetzbar, sodass belastende Muster effizient reduziert werden – oft mit weniger Sitzungen.
- Ausprägungsorientierte Sicht statt Diagnose: Ich arbeite so oft wie möglich mit individuellen Ausprägungen und Situationsmustern, flexibel angepasst an jede KlientIn, statt festgelegter Diagnosen mit festgelegten Symptomen. Die Methoden lassen sich nahtlos in bestehende Behandlungsabläufe integrieren. Dieser Ansatz entspricht dem aktuellen Forschungsstand und setzt sich auch in den vier Richtlinienverfahren der Psychotherapie allmählich durch.
- Integrierte Therapiemethoden:
- Elemente aus der Acceptance and Commitment Therapie (ACT) unterstützen den Aufbau eines handlungsfähigen Ichs raus aus dem ewigen Gedankenkarussell und automatisierten Reaktionen, die nicht dienlich sind.
- Ansätze aus Somatic Experiencing schulen die Körperwahrnehmung und dienen den KlientInnen als eigenes, immer abrufbares Diagnostikinstrument. Was brauche ich jetzt, um mich besser zu fühlen? Wohin darf ich mich ausbalancieren, bevor ich dieses Gespräch führe? In welcher Schleife bin ich gefangen, die Aussöhnung verhindert?
- Anwendbar auf jede Beratungsart: Diese Arbeitsweise richtet sich an KlientInnen im Einzelgespräch, aber kann genauso im Paar- oder Coachingprozess angewendet werden und bietet eine praktikable, erlebnisorientierte Alternative zu klassischen Ansätzen.